Eröffnung Wertstoffhof der Zukunft: Kreislaufwirtschaftszentrum Lansingerland (NL)

Die Gemeinde Lansingerland (NL) hat ihr Kreislaufwirtschaftszentrum (KWZ) eröffnet. Das KWZ ist viel mehr als ein herkömmlicher Wertstoffhof. Es handelt sich um ein integrales, zukunftsorientiertes Konzept, bei dem Kreislaufwirtschaft, Klimaanpassung, hochwertiges Recycling und Umweltbildung an einem Standort zusammenkommen.

Das Ergebnis ist ein greifbares Beispiel dafür, wie der Wertstoffhof der Zukunft aussieht: modular, demontierbar, energieneutral und vollständig auf Kreislaufwirtschaft ausgerichtet. Entwurf und Bau wurden von Modulo Wertstoffhöfe realisiert. Doke van Niekerk, Technischer Direktor bei Modulo, ist seit Beginn an dem Projekt beteiligt: „Das KWZ ist ein Ort, der nicht nur funktional ist, sondern vor allem ein Beispiel dafür, wie ein moderner Wertstoffhof aussehen kann: zukunftsorientiert, zirkulär und inspirierend für andere Kommunen.“

Vom Wertstoffhof zum Kreislaufwirtschaftszentrum

Das KWZ wurde als Gesamtkonzept konzipiert. Hier werden Rohstoffe nicht nur gesammelt, sondern vor Ort auch maximal aufbereitet und wiederverwendet. Besucher:innen können hochwertige gebrauchte Gegenstände für ein zweites Leben abgeben, ihre Abfallstoffe getrennt für ein hochwertiges Recycling abgeben und Einrichtungen für Reparaturen und Upcycling nutzen.

Unter und rund um das erhöhte Podest befindet sich ein modernes Kreislaufwirtschaftszentrum mit:

  • einer Annahmestelle für Gebrauchtwaren
  • Reparatur- und Demontageräumen
  • Lagerraum für Recyclingströme
  • einem multifunktionalen Raum für Workshops, Vorträge und Repaircafés

Doke erklärt: „Durch die optimale Nutzung des Raums unter dem Podest schafft man nicht nur eine funktionale Einrichtung, sondern auch eine Lernumgebung, die zur Umweltbildung beiträgt und die Einwohner aktiv einbezieht.“

Biobasiert und klimaangepasst

Das Gelände ist klimaangepasst gestaltet. Eine große Überdachung schützt Besucher:innen und Mitarbeitende vor Witterungseinflüssen und fängt Regenwasser zur Wiederverwendung auf. Die halboffene Pflasterung auf dem Gelände fördert die Versickerung, während die Rampe des Podests mit einer Heizung ausgestattet ist, um Glätte zu vermeiden. Das KWZ ist dank Sonnenkollektoren und Batteriespeicherung vollständig energieneutral. Unter dem Motto „mit gutem Beispiel vorangehen” wurden im Entwurf gebrauchte Materialien sichtbar und ästhetisch eingesetzt. Die Fassade aus alten Pflastersteinen ist nicht verdeckt, sondern architektonisch durch verschiedene Muster im Mauerwerk hervorgehoben. Abfall wird hier buchstäblich zu Baumaterial. Die Küche wurde wiederverwendet, in den Toiletten und Duschen wurden Restbestände an Fliesen verwendet und die akustische Deckenverkleidung besteht aus recycelten Papierschnitzeln.

Modular und demontierbar: bauen für den Wandel

Das Herzstück des Entwurfs ist das 3 Meter hohe, modulare Podest. Die Besucher:innen können sowohl auf dem Podest als auch darunter laufen. Diese intelligente Anordnung der Funktionen sorgt für eine doppelte Raumnutzung und maximale Effizienz auf dem Gelände. Im zugehörigen Verwaltungsgebäude befinden sich die Büroräume für das Personal. Im Erdgeschoss sind eine Kantine und ein multifunktionaler Raum untergebracht, der rund um die Uhr geöffnet ist, also auch dann, wenn der Wertstoffhof geschlossen ist.

Das Podest besteht aus vorgefertigten Modulo-Betonelementen mit Öko-Granulat und ist vollständig demontierbar und verlegbar. „Die Elemente sind nicht fest mit dem Boden verbunden. In der Praxis bedeutet dies, dass sie an einem anderen Standort wiederverwendet werden können, aber auch, dass man sie erweitern und anpassen kann, um bei Bedarf aktuellen Gesetzen und Vorschriften gerecht zu werden. Darüber hinaus geben wir eine Rücknahmegarantie auf die Betonelemente. Dies macht zirkuläres Bauen nicht nur technisch machbar, sondern auch wirtschaftlich attraktiv”, fährt Doke fort.

Ein Vorbild für die Abfallwirtschaftsbranche

Das Kreislaufwirtschaftszentrum in Lansingerland zeigt, dass ein Wertstoffhof mehr sein kann als nur eine Abfallsammelstelle. Es kann zu einem zirkulären Hot Spot mit klimaangepasster Einrichtung werden, zu einem Bildungsort mit architektonischen Statement. Nachhaltigkeit wurde hier nicht hinzugefügt, sondern in jedem Teil des Entwurfs und der Umsetzung integriert:

  • Büro- und Empfangsgebäude aus Holz-CLT (Cross Laminated Timber)
  • Fassade aus lokal gesammelten Pflastersteinen
  • Bruchstücke von Pflastersteinen in bewachsenen Pflanzkörben verarbeitet
  • Biobasierte Isolierung
  • Wiederverwendetes Holz in der Innenausstattung
  • Wiederverwendete Küche und Restbestände von Fliesen in Sanitärräumen
  • Akustische Deckenverkleidung aus recycelten Papierschnitzeln
  • Recycelter Kunststoff als Bodenschutz unter Containern
  • Halboffene Pflasterung für Wasseraufnahme
  • Speicherung und Wiederverwendung von Regenwasser für die Toilettenspülung
  • Sonnenkollektoren mit Energiespeicherung in Batterien
  • Vollständig energieneutral im Betrieb
  • Betonelemente aus Öko-Granulat
  • Modulares Design ist zukunftssicher, verlegbar und wiederverwendbar

Kurz gesagt: Dieser Wertstoffhof ist ein Kreislaufwirtschaftszentrum, das nicht nur heute funktioniert, sondern für die Generationen von morgen konzipiert ist.

Sehen Sie sich hier das Video vom Bau an.

 

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